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Handwerk digital ins rechte Licht rücken



Handwerk digital ins rechte Licht rücken

KHS Ahrweiler: In sozialen Medien ist verstärkte Präsenz des Handwerks gefragt

Eine Ausbildung im Handwerk hat viel zu bieten: Auslandsaufenthalt, Umgang mit modernster Technik, Kundenkontakt, sichtbare Ergebnisse, beste Zukunftschancen. Das aber ist zu wenigen Menschen bewusst. Mehr Angst als die steigende Anzahl von Studierenden mache ihm die Tatsache, „dass Sie nicht sagen, wie toll Sie sind.“ Mit diesen Worten forderte Ralf Hellrich seine Zuhörer auf, die Leistungen ihres Handwerks auch öffentlich und digital ins wohlverdiente Licht zu rücken. Der Diplom-Betriebswirt ist neuer Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz. Im Rahmen der jüngsten Delegiertentagung der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler war er als Hauptreferent zu Gast.

 Gemeinsam mit den rührigen Innungsmitgliedern rund um Kreishandwerksmeister Frank Wershofen und Kreislehrlingswart Rolf Genn gab es lebendige Diskussionen in puncto Berufsnachwuchs. Im Hotel Krupp in Bad Neuenahr-Ahrweiler versammelten sich die Obermeister, Delegierten und Vertreter der KH. Ob mit CNC-Technik schreinern, Elektroautos reparieren, Smart homes installieren, Frisuren kreieren, Brücken bauen oder Torten backen: Wie lassen sich junge Menschen für die, so Hellrich, „spannende Welt des Handwerks begeistern?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung.

 Bevor der Ideenaustausch einsetzte, skizzierte Ralf Hellwig ein Bild der Lage. Laut statistischem Bundesamt sind im jetzigen Wintersemester rund 2,9 Millionen Studierende immatrikuliert. Eine Million mehr als vor zehn Jahren. Demgegenüber gab es im letzten Jahr lediglich 1 300 000 Azubis insgesamt, somit nicht nur im Handwerk, sondern inklusive Verwaltung, Wirtschaft, IT-Bereich, Altenpflege usw.

 Die Ursache hierfür sieht der neue HwK-Hauptgeschäftsführer vor allem im Lebensmodell der heutigen Elterngeneration. Es sehe ein Studium vor, das in einen gut bezahlten Beruf münde. Was bis vor zwanzig, dreißig Jahren noch stimmig war, habe aber heute an Gültigkeit verloren. Ein Studium ist kein Garant mehr für einen zukunftssicheren Job. Trotzdem halten viele Eltern an diesem Bild fest und vermitteln den jungen Leuten, „nur mit Studium ein echter Mensch zu sein.“ 

 Zentral für die Berufswahl sei jenseits des gesellschaftlichen Trends aber eine ganz andere Frage. Bin ich ein analytischer Denker, interessiert mich die Theorie hinter den Dingen, dann ist ein Studium das Richtige. Oder bin ich jemand, der handlungsorientiert ist, konkrete Projekte liebt, Sichtbares schaffen möchte, Kundenkontakt braucht, ganzheitliches Lernen bevorzugt? Dann lohne sich unbedingt der Blick aufs Handwerk.

 Um in all seinen Facetten gesehen zu werden, müsse die Handwerkerschaft allerdings zulegen und Einblicke in ihre Werk- und Wirkungsstätten gewähren, so die einhellige Meinung. Facebook, Twitter, Youtube, Instagram: Hier informieren sich die jungen Leute. Damit sich interessierte Betriebsinhaber gleich ans Werk machen können, hatte Ralf Hellrich Anleitungen im Gepäck „How to make a clip.“ In selbstgedrehten Videos lässt sich zeigen, was das Unternehmen besonders attraktiv macht oder wie der Arbeitsalltag aussieht.

 Weitere Ideen, um aufs Handwerk aufmerksam zu machen: Stärker an Schulen präsent sein, Angebote zur beruflichen Orientierung ausbauen, zum Beispiel, oder sich am Tag der offenen Tür der BBS besser und jugendgerechter (3-D-Brillen, Quiz mit QR-Codes) darstellen. Hier sind die Innungsmitglieder bereits sehr aktiv um Optimierung bemüht.

Jenseits des Nachwuchsproblems wurden noch viele weitere Themen besprochen wie etwa das Diesel-Fahrverbot oder die Chancen der Digitalisierung im Handwerk.

 Für ihre herausragende Leistung geehrt werden konnten drei junge Gesellen. Sie erhielten eine Platzierung beim Landesentscheid des Leistungswettbewerbs der Deutschen Handwerksjugend. Erster Landessieger im Fahrzeuglackierer-Handwerk wurde Simon Keutgen, erster Landessieger im Zimmerer-Handwerk Fabian Gies. Als Kammersieger im Maler- und Lackiererhandwerk ging Alexander Lingen hervor.

 Für 25 Jahre Meisterwürde konnten folgende Innungsmitglieder mit dem Silbernen Meisterbrief geehrt werden: Cornelia Schlösser, Christoph Krupp, Stefan Hahn, Thomas Kurz, Ulrich Müller, Christoph Poppelreuter und Niko Schmandin.

 


Foto: Archiv
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